Schwedischer Rhabarberkuchen
Rabarberkaka
Schwedischer Rhabarberkuchen ist für mich das verlässlichste Frühlingssignal überhaupt. Nicht der erste Sonnentag, nicht die Märzglocken – sondern die Stunde, in der die roten Stangen Rhabarber aus dem Boden kommen und man weiß: Jetzt wird gebacken. Ich mache diesen Kuchen seid Jahren, sobald der Rhabarber reif genug ist, und er ist jedes Mal genau das Richtige um in den Frühling zu starten.
Der Klassiker heißt auf Schwedisch rabarberkaka und ist fester Bestandteil jeder Fika-Tafel. Kein aufwendiges Rezept, keine exotischen Zutaten, kein langer Prozess. Ein saftiger, einfacher Rührkuchen mit ordentlich Rhabarber drin – und genau das macht ihn so gut.
Was mich an diesem Kuchen jedes Jahr wieder packt, ist diese Kombination aus Säure und Süße. Der Rhabarber zieht sich durch den Teig, wird beim Backen weich und gibt dem Kuchen diesen leicht herben Charakter, der ihn von einem normalen Obstkuchen unterscheidet.


Warum dieser Kuchen so gut zur Fika-Pause passt
Schweden und Fika – das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Die Kaffeepause mit Gebäck ist kein Trend, sondern Alltagskultur. Und Rabarberkaka ist genau das, was auf den Tisch gehört: unkompliziert gebacken, grosszügig geschnitten, warm oder kalt gut.
Was ich besonders schätze, ist die Alltagstauglichkeit. Dieser Kuchen braucht nicht viel. Butter, Eier, Mehl, Rhabarber – das war’s im Wesentlichen. Wer den Kuchen vorbereiten möchte: Er schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser, weil die Aromen durchziehen.
Ich backe ihn meistens gleich nachdem ich mein Sauerteigbrot aus dem Ofen geholt habe, wenn der Ofen sowieso noch heiß ist. Und dann gibt’s mittags eine Fika mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch – das sind mein persönlichen Hygge-Momente im Mai.

Rhabarber
Das säuerliche Frühlingsgemüse
Rhabarber ist botanisch gesehen ein Gemüse, wird aber fast ausschließlich wie Obst verwendet. Die roten oder grünen Stangen haben einen charakteristisch sauren Geschmack, der durch Zucker gut ausgeglichen wird. Die Saison dauert von April bis Ende Juni – danach empfiehlt es sich, auf Vorrat einzufrieren.
Nährstoffe: Kalorienarm, reich an Vitamin K, Kalzium und Ballaststoffen. Enthält Oxalsäure, weshalb man ihn nicht roh essen sollte – beim Kochen und Backen wird diese größtenteils abgebaut.
Einkauf: Frische Stangen sind fest, knackig und brechen sauber durch. Schlaffe oder welke Stangen lieber stehen lassen. Die Farbe sagt nichts über den Geschmack aus – grüner Rhabarber kann genauso aromatisch sein wie roter.
Nachhaltigkeit: Rhabarber wächst regional, ist robust und braucht wenig Pflege. Auf dem Wochenmarkt oder aus dem eigenen Garten ist er im Frühling kaum zu überbieten.
Lagerung: Im Kühlschrank hält sich Rhabarber gut verpackt bis zu einer Woche. Einfrieren funktioniert problemlos – einfach in Stücke schneiden und portionsweise einfrieren.

So gelingt der Schwedische Rhabarberkuchen
Ich verwende für diesen Kuchen eine normale Springform oder eine rechteckige Backform – beides funktioniert gut. Der Teig ist schnell gemacht, der Rhabarber wird nur in Stücke geschnitten und ein Teil unter den Teig gehoben und ein Teil direkt auf den Teig gelegt. Keine Vorbehandlung nötig, kein Vorkochen. Ich bestreue meinen noch mit etwas Zucker und lass ihn so lange ziehen, wie ich brauche, den Teig zu rühren. Manche sagen es sei nicht nötig und es würde dein Teig »verwässern«, das Problem hatte ich allerdings nie. Weil meine Oma und meine Mama es mit dem Rhabarber immer so gemacht haben, mache ich es auch immer so.
Der Teig ist super simple – ein klassischer Rührteig. Eier und Zucker cremig rühren, Mehl, Backpulver, Milch und Butter dazu und fertig! Alles Zutaten, die quasi immer da sind. Und wenn du nicht das Glück hast, dass deine Schwester einen riesen Rhabarberstock im Garten hat und dir liebend gerne ein paar Stangen ab gibt, husch husch auf den Wochenmarkt. Ich schäle den Rhabarber übrigens selten, da ich gerne die dünnen Stangen verwende.
Obendrauf kommt manchmal noch Zucker und Zimt – knusprig, karamellisiert, absolut lecker. Wer mag kann auch zusätzlich ein paar flocken Butter auf dem Teig verteilen oder etwas Marzipan darüber reiben. Streusel wären auch ein sehr leckeres Topping. Manchmal darf es auch einfach nur etwas Puderzucker sein.



Schwedischer Rhabarberkuchen – Rabarberkaka
Kochutensilien
- ø 22 cm Springform
Zutaten
für den Rhabarber
- 200-300 g frischer Rhabarber
- 1-2 EL Zucker
für den Rührteig
- 120 g Butter [oder neutrales Pflanzenöl]
- 2 Eier [L]
- 180 g Zucker
- 250 g Weizenmehl Type 550
- 1 TL Backpulver
- 1/4 TL Salz
- 120 ml Milch
- 2 TL Vanilleextrakt
außerdem
- 1–2 EL Zucker-Zimt-Mischung [optional]
- Puderzucker zum Bestäuben
Anleitungen
- Eine ø 22 cm Springform mit Backpapier auslegen und den Rand mit Butter ausstreichen und bemehlen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
für den Rhabarber
- Die Rhaberberstangen waschen, eventuell schälen und in Stücke schneiden. In eine Schüssel geben und mit dem Zucker vermengen.
für den Rührteig
- Die Butter schmelzen und abkühlen lassen.
- Die Eier mit dem Zucker hell-cremig aufschlagen.
- Das Mehl mit dem Backpulver und dem Salz vermengen. Die Milch mit dem Vanilleextrakt und der geschmolzenen, abgekühlten Butter verrühren. Die Hälfte der Mehlmischung unter die Eier-Zucker-Mischung rühren, dann die Milch-Buttermischung unterrühren und zum Schluss das restliche Mehl untermischen.
- Dreiviertel des Rhabarbers unterheben, den Teig in die Form geben und flach streichen, den restlichen Rhabarber darüber verteilen. Mit Zucker-Zimt-Mischung bestreuen und in vorgeheizten Ofen backen. Backzeit: 40–45 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze [160 °C Umluft]Stäbchenprobe machen.
- Den Kuchen mindestens 5 Minuten in der Form, dann auf dem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Ausprobieren lohnt sich
Wenn du gerade überlegst, ob du den Kuchen bäckst – mach es. Rhabarber hat nur kurze Saison und dieser Kuchen ist eine der besten Arten, ihn zu verwenden.
Ich würde mich freuen, wenn du mir zeigst, wie dein Ergebnis aussieht. Markiere mich gerne auf Instagram mit @hej.ocean oder nutze #hejoceankitchen.
Smaklig fika.
xo.
PS: So langsam fängt auch die Erdbeer-Saison an. Hier gibt’s meine feinen Erdbeer-Rezepte.

