Krebinetter med grønne asparges
Dänische Frikadellen mit grünem Spargel, Drilllingen und einer Blitz schnellen Dill-Hollandaise


Frikadellen mit nordischer Seele
Der Frühling hat dieses Jahr endlich entschieden, dass er jetzt da ist. Auf dem Wochenmarkt liegen die ersten Drillinge am Marktstand, der Spargel kommt von nebenan. Man merkt, es ist wieder diese wunderbare Zeit, in der das Kochen fast von alleine passiert, weil die Zutaten feldfrisch aus der Region verfügbar sind.
Wenn es frischen, regionalen grünen Spargel gibt, kann ich nicht widerstehen, da muss ich zugreifen. Er ist mein absolutes Lieblingsgemüse und so schnell und einfach zubereitet, so vielseitig und immer ein Genuss. Heute habe ich ich ihn mit Krebinetter kombiniert.
Krebinetter – das sind dänische Frikadellen mit einer ordentlichen Kruste von außen und saftig von innen. In Dänemark sind sie ein echter Klassiker und so selbstverständlich auf dem Tisch wie Roggenbrot und Butter.
Außerhalb der Spargelzeit mache ich Krebinetter ganz klassisch: mit Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln und Erbsen-Karotten-Gemüse. Das erinnert mich ehrlich gesagt ein bisschen an meine Kindheit – früher gab es bei uns zuhause regelmäßig deutsche Frikadellen mit genau dieser Kombination. Heute sind es eben die dänischen Verwandten, aber das Gefühl am Tisch ist dasselbe. Dieser eine Bissen, der sofort nach Zuhause schmeckt. Wenn die Saison allerdings das Drumherum liefert und es neue kleine Kartoffeln und frischen grünen Spargel gibt, da mach ich Krebinetter auch gerne in der Frühlings-Variante. Dann noch eine blitz-schnell gemachte Sauce Hollandaise mit extra Dill dazu. Ein Frühlings-Traum.
Die Dill-Hollandaise klingt nach mehr Aufwand als sie macht, ehrlich. Ich nenne sie „Blitz-Hollandaise“, weil sie wirklich in wenigen Minuten fertig ist, ohne Wasserbad, ohne großes Gefummel. Dill passt hier so gut dazu, weil er diesen frischen, leicht anisartigen Ton mitbringt und natürlich perfekt zu den skandinavischen Frikadellen passt.
Was Krebinetter von deutschen Frikadellen unterscheidet
Ich habe Krebinetter zum ersten Mal in einem Bericht über Kopenhagen gesehen. In einem kleinen Café in Nørrebro, wo sie zum Frokost serviert wurden – warm, mit cremigem Kartoffelsalat und eingelegten Rote Bete. Da dachte ich »Die muss ich ausprobieren!« Seitdem gehören sie für mich zu den Dingen, die nordische Küche so besonders machen: ehrlich, unkompliziert, und trotzdem voller Geschmack.
Auf den ersten Blick sehen Krebinetter aus wie klassische Frikadellen. Aber wer einmal hineinbeißt, merkt den Unterschied. Sie sind saftiger und oft ein bisschen würziger. Das liegt an der Mischung aus Schweinehack, Ei, Semmelbröseln und einer guten Prise Pfeffer. Manche Rezepte enthalten auch etwas Milch oder Sahne – das macht sie herrlich zart. Außerdem werden Krebinetter mit Mehl, Ei und Paniermehl ein bis zwei mal paniert.
In Dänemark werden Krebinetter traditionell in reichlich Butter gebraten. Das sorgt für diese goldbraune Kruste außen, die weiche, saftige Textur innen und natürlich auch den Geschmack. Und genau so mag ich sie am liebsten: simpel, ehrlich, mit Zutaten, die man ohnehin zu Hause hat.
Schweinehack
Die Seele der Frikadelle
Schweinehack ist die klassische Grundlage für Krebinetter und sorgt für den typisch saftigen, würzigen Geschmack. Anders als reines Rinderhack bleibt es auch nach dem Braten schön zart und aromatisch.
Fettgehalt: Für saftige Krebinetter empfehle ich Schweinehack mit 15–20 % Fettanteil. Das klingt vielleicht viel, aber genau dieses Fett macht die Frikadellen so zart und verhindert, dass sie trocken werden. Wer es magerer mag, kann halb-halb mit Rinderhack mischen.
Einkauf: Frisches Hack sollte hellrosa sein, nicht grau oder bräunlich. Es sollte neutral riechen – niemals säuerlich oder streng. Am besten kaufst du es beim Metzger deines Vertrauens und lässt es dir frisch durchdrehen.
Nachhaltigkeit: Achte auf regionale Herkunft und Qualitätssiegel oder Bio-Zertifizierung. Schweinefleisch aus artgerechter Haltung schmeckt nicht nur besser, es ist auch ein Stück Wertschätzung für Tier und Landwirtschaft.
Küchentipp: Hack immer am selben Tag verarbeiten – oder direkt nach dem Kauf einfrieren. So bleiben Frische und Geschmack erhalten!


Grüner Spargel
Der unkomplizierteste Gast im Frühling
Grüner Spargel ist für mich das entspannteste Gemüse der Saison. Er muss kaum geschält werden, er ist in kürzester Zeit fertig und er bleibt selbst nach dem Garen noch schön knackig. Genau das braucht dieses Gericht.
Nährstoffe: Grüner Spargel liefert Vitamin C, Folsäure und Beta-Carotin. Weil er an der Sonne wächst, hat er oft sogar mehr Vitamine als weißer Spargel.
Einkauf: Auf geschlossene Köpfe und saftige Schnittstellen achten. Regional und frisch ist hier wirklich der Unterschied – der Geschmack macht einen klaren Sprung gegenüber dem, was schon ein paar Tage gereist ist.
Nachhaltigkeit: In der Saison (April bis Juni) gibt es regionalen Spargel aus Deutschland ohne lange Transportwege. Lohnt sich, auf dem Markt oder beim Hofladen zu kaufen.
Lagerung: Im Kühlschrank bleibt er 2–3 Tage frisch, am besten aufrecht in einem Glas mit etwas Wasser gestellt.
Drillinge
Die ersten Kartoffeln des Jahres
Drillinge sind kleine, frühe Kartoffeln, die in der Regel ab Mai erhältlich sind und die Frühjahrssaison auf dem Teller einläuten. Sie sind dünnschalig, zart im Geschmack und brauchen kaum Vorbereitung – kein Schälen, kein großes Schneiden, einfach waschen und ab in den Topf.
Nährstoffe: Kartoffeln haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sie liefern wertvolles Kalium, Vitamin C und B6 und sind dabei von Natur aus fettarm. Gerade neue Kartoffeln haben durch ihre dünne Schale besonders viele Nährstoffe direkt unter der Oberfläche.
Einkauf: Auf feste, glatte Schalen ohne grüne Stellen achten. Je kleiner und gleichmäßiger die Drillinge, desto besser garen sie durch. Regionale Frühkartoffeln schmecken in der Saison deutlich aromatischer als das, was den Rest des Jahres im Regal liegt.
Nachhaltigkeit: Heimische Frühkartoffeln sind ab Mai regional verfügbar. Am besten direkt vom Markt oder Hofladen kaufen.
Zubereitung: Einfach gründlich schrubben, die Schale bleibt dran. Sie schmecken gekocht, in der Pfanne mit Butter geschwenkt oder als Ofenkartoffeln – und brauchen dabei nicht mehr als etwas Salz und frische Kräuter.


Dänische Krebinetter mit grünem Spargel und Blitz-Dill-Hollandaise
Zutaten
für die Krebinetter
- 500 g Schweinehack
- 2 Schalotten fein gewürfelt
- 4 EL Semmelbrösel
- 1 EL Senf
- 1 TL Meerrettich
- 1 Ei
- 4 EL Sahne
- Salz & Pfeffer nach Belieben
- 1 Prise Piment
zum Panieren
- 3 EL Mehl
- 2 Eier
- 150 g Paniermehl
- Butterschmalz zum Braten
für den grünen Spargel
- 600 g grünen Spargel
- Salz, Pfeffer & Zucker nach Belieben
- 2 EL Butter
- 1 Bio-Zitrone [1/2 Saft, 1/2 in Scheiben]
- 4 Stiele Dill
für die Blitz-Dill-Hollandaise
- 2 Eigelbe
- 3–4 EL griechischer Joghurt
- Salz, Pfeffer & Zucker nach Belieben
- 250 g Butter
- 1/4 Zitrone [Saft]
- 1-2 EL frischen Dill fein gehackt
Außerdem
- 600 g Drillinge sehr gut gewaschen
Anleitungen
für die Krebinetter
- Die Zutaten für die Krebinetter in eine Schüssel geben, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und gut miteinander vermengen. In 8 gleich große Portionen teilen, zu Kugeln formen und diese flach drücken
zum Panieren
- Die Krebinetter zuerst im Mehl wenden, dann im verquirlten Ei und zum Schluss im Paniermehl [für extra knusprige Krebinetter, doppelt panieren].
- Die gut gewaschenen Drillinge in einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken, etwas Salz dazu geben und aufkochen. Sobald das Wasser sprudelnd kocht, die Hitze auf niedrige Stufe reduzieren und je nach Größe etwa 15–17 Minuten gar köcheln lassen.
für den grünen Spargel
- Spargel waschen und die Enden abschneiden. Je ein viertel des Spargels auf ein Stück Backpapier geben, mit Salz, Pfeffer und Zucker bestreuen, mit etwas Zitronensaft beträufeln, Butter in Flocken darauf verteilen, Zitronenscheibe und Dill-Stiel darauf platzieren und das Backpapierpäckchen gut verschließen.
- Die Spargelpäckchen in vorgeheizten Ofen bei 200 °C 10–15 Minuten oder im Airfryer bei 180 °C 8–10 Minuten garen.
für die Blitz-Hollandaise
- Die Eigelbe, den Joghurt und je eine Prise Salz, Pfeffer & Zucker in einen hohen Mixbecher geben. Die Butter erhitzen.
Krebinetter braten
- Die Krebinetter in einer Pfanne mit reichlich Butterschmalz bei mittlerer Hitze von beiden Seiten knusprig braten.
Blitz-Holandaise fertig stellen
- Ganz zum Schluss, wenn die Spargel und Krebinetter gar sind, die Butter unter die restlichen Zutaten ziehen. Dazu mit die Zutaten im Mixbehälter mit dem Stabmixer glatt mixen und die heiße Butter nach und nach bei laufendem Mixstab langsam dazu gießen. Stetig weiter mixen und den Mixstab langsam nach oben ziehen. Den gehackten Dill dazu geben und mit einem Löffel unterrühren. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer & Zucker abschmecken.
Anrichten
- Kartoffeln abgießen. Spargel aus den Päckchen auf die Teller verteilen. Die Krebinetter eventuell kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann auf die Teller verteilen. Mit der Dill-Hollandaise servieren und genießen.
Notizen
Klassisch werden dänische Krebinetter mit Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree und mit Erbsen-Karotten-Gemüse serviert. Das schmeckt nach Kindheit!
In Dänemark isst man Krebinetter auch oft kalt auf Smørrebrød – mit Remoulade, sauren Gurken und frischem Salat. Oder warm mit Kartoffeln und süßem Senf.
Ich variiere gern: Manchmal gibt es sie klassisch mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren, manchmal einfach nur in einem knusprigen Brötchen mit Salat und Gurke.
Dazu passen auch Beilagen wie: Salzkartoffeln, Kartoffelsalat, Erbsen-Karotten-Gemüse, Rotkohl, Zuckerschoten, Gurkensalat, eingelegte Rote Beete oder auch nur ein frisches Brot mit Butter.
Nichts Spektakuläres aber genau das macht es so hyggelig. Diese kleinen, unaufgeregten Mahlzeiten, die einfach guttun.


Nordische Einfachheit, die einfach schmeckt
Es sieht nach mehr aus, als es Aufwand gemacht hat. Die Krebinetter mit ihrer goldbraunen Kruste, die Drillinge noch in der Schale, der Spargel mit ein leichten Zitronennote – und dann diese helle, cremige Hollandaise mit Dill obendrüber. Das sieht nach Frühjahrs-Hygge aus, ohne dass man dafür den halben Nachmittag in der Küche stehen musste.
Ich finde, genau das ist das Schöne an saisonalem Kochen: Die Zutaten machen den Großteil der Arbeit. Man darf ihnen nur nicht im Weg stehen.
Also rann an die Pfanne und Krebinetter braten. Sie schmecken nach Urlaub in Skandinavien und nach Kindheit zugleich.
hej hej!
xo.
Kanntest du die dänischen Krebinetter schon?
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